Neues Filialmodell / Erfolge 2016

Wir haben unser Geschäftsjahr 2016 wirtschaftlich solide beendet. Auch in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen setzten wir unseren Kurs von Stabilität fort und haben entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt.

Mit einer soliden Risikopolitik, mit erfolgreichen Produkten und treuen Mitgliedern haben wir im zurückliegenden Jahr 2016 einmal mehr gezeigt, dass unsere Volksbank Ludwigsburg nicht nur sicher, stabil und zuverlässig – sondern auch weiterhin erfolgreich ist.

Bilanzsumme wächst deutlich
Die Bilanzsumme stieg um 10 Prozent und lag zum Jahresende 2016 mit 1,88 Milliarden Euro genau 172 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Zusammen mit den außerbilanziellen Kundenanlagen stiegen die von uns betreuten Gelder von Privat- und Firmenkunden um 86 Millionen Euro auf 2,28 Milliarden Euro an.

Jahresergebnis weit über Erwartungen
Durch Kosteneinsparungen und eine sehr solide Risikopolitik lag unser erzieltes Gesamtergebnis im Berichtsjahr trotz der EZB-gesteuerten Nullzinslandschaft über den ursprünglichen Planungen. Dieses vor Steuern deutlich höhere Jahresergebnis ermöglichte uns nicht nur eine Eigenkapitaldotierung um 3,3 Millionen Euro anstelle geplanter 2,1 Millionen, sondern auch die vorzeitige Ablösung von Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro, welche uns in den kommenden Jahren belastet hätten.

100 Millionen Euro Eigenmittel-Reserven
Unsere aufsichtsrechtlichen Eigenmittel gemäß Art. 72 CRR betrugen zum Jahreswechsel 184,7 Millionen Euro. Gesamtkapitalquote und Kernkapitalquote lagen damit weit über den gesetzlichen Forderungen. Daher verfügen wir aktuell – zusätzlich zu den gesetzlich geforderten Eigenmitteln – über eine Summe von mehr als 100 Millionen Euro, um Stabilität und Handlungsspielraum für die Zukunft und im Interesse unserer Mitglieder zu garantieren.


Hoher Mitgliederzulauf hält an
Unsere Mitgliederzahl betrug Ende 2016 exakt 76.872. Damit haben sich im abgelaufenen Jahr weitere 3.460 Menschen für eine Mitgliedschaft bei uns entschieden. Dies bedeutet im Durchschnitt ein jährliches Wachstum von rund 5 Prozent – rund das Dreifache des Landesschnitts hier in Baden-Württemberg oder der Wachstumszahlen im Bund. Wären wir seit 2006 im Schnitt der Verbandszahlen gewachsen, hätten wir heute 25.000 Mitglieder weniger – dies hob auch Dr. Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes BVR, in seiner Videobotschaft aus Berlin hervor, die auf der diesjährigen Vertreterversammlung ausgestrahlt wurde. Es bleibt unser erklärtes Ziel, dass sich alle Kunden für eine Mitgliedschaft entscheiden.

Erfolgreiche Partnerschaften
Beim Vertrieb von DZ-BANK-Zertifikaten sind wir seit nunmehr elf Jahren ununterbrochen die Nummer Eins unter allen Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland. Im Geschäftsbereich Ratenkredite mit dem Angebot „easyCredit“ wurden wir auch 2016 wieder die Nummer 1 von gut 200 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg. EasyCredit-Vorstandschef Alexander Bolydreff war extra aus Nürnberg zu unserer Vertreterversammlung angereist, um uns zu den tollen Vertriebsergebnissen zu gratulieren.

Bei der Union Investment genießen wir Goldbankstatus, und für die R+V Versicherung sind wir Optima-Premium-Partner. Die Kooperation mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall hat uns bundesweit einen Platz in der Top 10 – nach Bilanzsummenklasse – und in Baden-Württemberg einen guten Platz 5 beim absoluten Absatz beschert. Das Provisionsergebnis aus diesen Verbundgeschäften lag 2016 mit knapp 17 Millionen Euro nur minimal unter den Rekordergebnissen der beiden Vorjahre.

Mehrere Auszeichnungen für Beratung und Service
Beim renommierten Ludwigsburger Kundenspiegel ist wurden wir 2016 zum vierten Mal in Folge zur beliebtesten Bank in Ludwigsburg und Umgebung gewählt. Im zurückliegenden Jahr 2016 lagen wir sogar in allen drei Bewertungskriterien auf Platz 1 und kamen auf eine Gesamtzufriedenheit von 89 Prozent unter den unabhängig befragten Bürgern. Anonyme Beratungstests der Wochenzeitungen „Die Welt“ und „Focus Money“ erbachten zudem Erstplatzierungen in der Privatkunden- und Firmenkundenbetreuung sowie der Vermögensberatung.

Wertschöpfung für die Region
Die Wertschöpfung, die wir für unsere Region erbringen, drückt sich in unserer regionalen Leistungsbilanz aus:
·    2,63 Millionen Euro Steuerzahlung
·    4 Millionen Euro Steueraufkommen der Mitarbeiter
·    15 Millionen Euro Kaufkraft für die heimische Wirtschaft.
·    4,5 Millionen Euro Aufträge an hiesige Unternehmen
·    210.000 Euro Spenden und Sponsoring
·    2,3 Millionen Euro Dividendenausschüttung gemäß Beschluss der Vertreter vom Dienstagabend.

In Summe beträgt die regionale Leistungsbilanz für 2016 damit 28,7 Millionen Euro. In den zurückliegenden 10 Jahren haben wir insgesamt 348 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region realisiert.

Neues Konzept setzt auf Filialerhalt
Unsere Annahme ist, dass die Mehrheit unserer Mitglieder keine Filialschließungen möchte, selbst wenn der eine oder andere auch bei uns für sich keine Filialen mehr benötigt. Wir verfolgen daher eine Strategie, die auch später noch Weichenstellungen zulässt, um in der Folge korrigierend eingreifen zu können. Unser neues Filialkonzept, dass keine Schließungen vorsieht und mit großem Engagement auf den Erhalt aller Standorte abzielt, wurde auf der Vertreterversammlung mit überwältigender Mehrheit von 97 % aller Mitgliedervertretern unterstützt. Dies bestätigt eindrucksvoll unseren den Kurs, denn jede Filialschließung wäre nach unserer festen Überzeugung und Erfahrung zugleich auch ein unumkehrbarer Rückzug aus dem dortigen Markt.

Digitalisierung als Chance für Filialen
Aus einer Position der Stabilität und Marktstärke heraus sehen wir sehr gute Chancen und Ansätze in der Verschmelzung von Filialen als Point of Sale mit der digitalen Welt. Dieser Ansatz ist daher auch in ein Digitalisierungskonzept für Multichannel-Kommunikation und BigData-basiertem Marketing eingebunden, das aktuell bei uns in der Bank umgesetzt wird.

Künftig getrennte Service- und Beratungszeiten

Das neue Filialkonzept sieht zentral eine strikte Trennung von Service und Beratung vor und ermöglicht so die weitere Verlagerung von kostenintensiven, aber bislang personen-bedienten Serviceangeboten in den SB-Bereich oder in digitale Services. Die Öffnungszeiten für personenbedienten Service wird dabei an die sorgfältig erhobene Nachfrage vor Ort angepasst. Kleinere Filialen werden künftig zwei Halbtage, mittlere Filialen vier oder fünf Halbtage und große Filialen sechs oder acht Halbtage für einen personenbedienten Service geöffnet sein. Die Bankzentrale in der Schwieberdinger Straße wird dann montags und donnerstags Dienstleistungsabende bis 19 Uhr bieten, die Filiale in der alten Bankzentrale am Arsenalplatz hat über die Mittagszeit durchgehend geöffnet.  

Moderne Videoberatung bei Spezialthemen
An allen Standorten bleibt das Beratungsangebot für die Mitglieder und Kundenweiterhin nach Vereinbarung von Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr unverändert. Alle Filialen wurden mit schnellen Internetverbindungen ausgestattet, dadurch sind etwa Experten für Baufinanzierung oder Wertpapieranlagen per Video zuschaltbar. Bei mittleren Filialen wurde das SB-Angebot ausgebaut, damit dort beispielsweise auch Einzahlungen künftig am Automaten möglich sind. Die Umsetzung erfolgt in zwei Tranchen am 19. Juni und 17. Juli 2017, die Mitglieder und Kunden werden im Vorfeld umfassend informiert.

Kundenverhalten entscheidet über Filialzukunft

Es ist uns klar, dass der Abbau von Sofortkassen, die geänderten Öffnungszeiten und die Nutzung von neuen SB-Angeboten für unsere Mitglieder eine Umstellung bedeuten. Wir sind uns nach ersten Pilotversuchen aber sicher, dass auch eine überwältigende Mehrheit der Kunden vor Ort diesen Weg zum Erhalt der Filialen mitgeht. Denn – um es auch an dieser Stelle in aller Deutlichkeit zu sagen – uns allen muss klar sein, dass ein ‚Weiter so wie bisher‘ keine überlebensfähige Alternative mehr ist. Bürger, deren Banken keinen Service vor Ort bieten würden, sind eingeladen, Mitglied und Kunde bei uns zu werden, und dann unsere Filialen zu nutzen. Auch dies stabilisiert unsere Filialstandorte im Interesse aller Bürger weiter.

Der Vorstand der Volksbank Ludwigsburg

Thomas Küster (stellv. Vorstandsvorsitzender), Karlheinz Unger (Vorstandsvorsitzender), Joachim Sandner (v.l.nr.)