Aufbruchstimmung in der Volksbank Ludwigsburg

Großer Zuspruch für neuen Kurs der Volksbank Ludwigsburg bei der Vertreterversammlung im Forum am Schlosspark

Die Volksbank Ludwigsburg will dem gesellschaftlichen Wandel künftig konsequenter Rechnung tragen. Als Genossenschaftsbank setzt sie dabei auf Nachhaltigkeit und Regionalität. „Wandel und Kontinuität – beides ist in der DNA unserer bald 175-jährigen Geschichte fest verankert“, stellte die neue Führungsriege mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Palus und seinem Stellvertreter Joachim Sandner bei der Bilanz-Pressekonferenz am vergangenen Dienstag mit Blick auf das Jahresergebnis 2018 und die nähere Zukunft fest.

Zahlreiche gute Vertriebsergebnisse zeigen nach ihrer festen Überzeugung eindrucksvoll, dass die Bank für ihre Kunden auch morgen gute Ideen und die richtigen Angebote habe. Vor allem mit einem flexibler gewordenen Filialkonzept und der gewonnenen digitalen Leistungsfähigkeit einer modernen Bank habe das Haus bereits erste Weichen gestellt.

Kräftiges Bilanzwachstum

„Wir wollen, dass eine stabile, nachhaltige Volksbank Ludwigsburg auch weiterhin ein zuverlässiger Partner für die Lebensplanung aller Mitglieder und Kunden bleibt“, betont Palus. Dass dies auch 2018 wieder gelungen sei, zeige nicht nur der erneute Anstieg der Mitgliederzahlen auf 82.301 zum Jahreswechsel. Damit habe die Bank allein 2018 insgesamt 4.510 Menschen für eine Mitgliedschaft begeistern können.

Die Bilanzsumme der Volksbank Ludwigsburg lag per 31.12. 2018 mit 2,14 Milliarden Euro dank höherer Kundeneinlagen um gut 8 Prozent oder 165 Millionen Euro über dem Vorjahrswert. „Denn immer mehr Menschen vertrauen uns ihre Ersparnisse an. Allein durch unsere mehrfach preisgekrönte Beratungskompetenz in Kooperation mit der DZ Bank haben unsere Kunden 2018 bei Wertpapieranlagen 4,1 Millionen Euro Zinszahlungen erwirtschaften können – und dies in Zeiten staatlich gewollter Minuszinsen“, freut sich Sandner für seine Geldanleger.

Das Geschäftsvolumen aus Bilanzsumme, Bürgschaften und Derivaten erhöhte sich sogar um 9,1 Prozent und damit 210 Millionen Euro auf 2,52 Milliarden Euro. Auch das bilanzielle Eigenkapital inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken und Bilanzgewinn ist 2018 nochmals kräftig gestiegen und betrug zum Jahresultimo 150,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor wurden noch 138,45 Millionen Euro ausgewiesen. Die Kernkapitalquote kam damit zum 31. Dezember 2018 auf 13,7 Prozent und die Gesamtkapitalquote auf 17,9 Prozent – mehr als das doppelte der aufsichtsrechtlichen Vorgabe von 8,5 Prozent inklusive SREP-Aufschlag.

Die Ergebnisentwicklung insgesamt war im Berichtsjahr 2018 damit trotz anhaltender Belastung durch die politisch motivierte Zinslandschaft zufriedenstellend. Zudem konnte der Verwaltungsaufwand gegenüber dem Vorjahr um zielführende 6,8 Prozent gesenkt werden. Allerdings habe die Bank laut Paulus im Kreditgeschäft, beim Zinsüberschuss sowie auf der Kostenseite noch Hausaufgaben zu machen.

Knapp 30 Millionen Euro als regionale Leistungsbilanz

Von einer stabilen und erfolgreichen Bank soll und muss nach fester Überzeugung beider Vorstände die Region profitieren. Dass dem so sei, zeige die regionale Leistungsbilanz der Volksbank Ludwigsburg:

•   Für das Jahr 2018 werden insgesamt 3,1 Millionen Euro Steuern gezahlt.

•   Ein Auftragsvolumen von 5,6 Millionen Euro hat auch im abgelaufenen Jahr wieder die Wirtschaftskraft hiesiger Unternehmen gestärkt und dort Arbeitsplätze gesichert.

•   Mit 180.000 Euro für Spenden und Sponsoring hat die Volksbank Ludwigsburg das kulturelle Leben, den Breitensport und die Jugend im Jahr 2018 gefördert.

•   Nach dem entsprechenden Beschluss der letztjährigen Vertreterversammlung wurde 2018 eine Dividendenzahlung von insgesamt 1,8 Millionen Euro ausgeschüttet.
•   Die Mitarbeiter der Bank tragen zudem mit 3,9 Millionen Euro zum Steueraufkommen der öffentlichen Hand bei und unterstützten 2018 mit einer Kaufkraft von 14,6 Millionen Euro die heimische Wirtschaft.

In Summe beträgt die regionale Leistungsbilanz der Bank für 2018 damit 29,15 Millionen Euro.

Diese Zahlen unterstreichen laut Palus die Bedeutung der Volksbank Ludwigsburg als ortsansässiger Finanzdienstleister, als steuerzahlendes Unternehmen, als aktiver Sponsor und Förderer    sowie als beliebter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb.

Selbstbewusster Blick nach vorne

Die Verbindung eines Mitglieds zu seiner Volksbank ist für den Kunden zumeist eine lebenslange Partnerschaft, die er auch erleben will. Genau dies sei die langfristige Geschäftsbasis einer Genossenschaftsbank. Daher will die Volksbank Ludwigsburg künftig zentrale externe Herausforderungen noch konsequenter angehen: Zum einen die anhaltende, politisch motivierte Überregulierung und Minuszinslandschaft. Da es im Gegensatz zu den USA hier in Europa weiterhin keine Signale gäbe, wieder zu einer gesunden marktwirtschaftlichen Basis zurückzukehren, müsste die Volksbank Ludwigsburg künftig stärker – weil längerfristiger orientiert – reagieren. Durch die Minuszinsen von EZB/Bundesbank sind der Bank beispielsweise nur im Jahr 2018 Kosten in Höhe von 560.000 Euro entstanden, die nicht an die Sparer weitergegeben wurden, sondern anderweitig erwirtschaftet oder einspart werden mussten.

Zweitens bräuchten alle Banken bessere Antworten auf die neu entstehende Konkurrenz. Zu den alteingesessenen Wettbewerbern hätten sich in den letzten Jahren beispielsweise Start-Up-Unternehmen im Mobile-Bereich oder auf Künstliche Intelligenz gestützte Fondsanbieter gesellt. Ähnliches gelte auch für große, internetgestützte Verkaufsplattformen. Zudem gelte es, die weltweit agierenden Digitalriesen zu beobachten, zumal diese oft bereits heute über eigene Bezahlsysteme oder Banklizenzen verfügten.

Außerdem will die Volksbank Ludwigsburg auch dem zunehmenden gesellschaftlichen Wandel stärker Rechnung tragen. Deutlich veränderte Altersstrukturen in der Bevölkerung, neue Kommunikationsformen oder Arbeitswelten durch die Digitalisierung – all dies müsse bewertet, beantwortet und aufgearbeitet werden.

„Die klassischen Modelle der Kreditwirtschaft sind heute vielfach überholt. In einem Bereich, in dem bislang nur einige Banken als Finanzdienstleister tätig waren, finden sich heute zahllose neue Wettbewerber. Nur mit frischen Ideen, mit technologischen Anstrengungen und dem Mut, Überholtes auch zu hinterfragen, werden wir unsere Zukunft erfolgreich gestalten. Wir wollen und werden uns daher in vielen Bereichen neu erfinden, um dieser Bank von Bürgern für Bürger die Zukunft zu schenken, die sie im Interesse ihrer vielen Mitglieder verdient“, fasste Sandner zusammen.

„Trotz der zentralen Herausforderungen des Zinsmarktes sehen wir viele erfolgversprechende Ansätze für verbesserte Geschäftsmodelle. Die Chancen der Digitalisierung werden beherzter angegangen und auch aus einer neuen Personalpolitik erwarten wir belebende Impulse für das Unternehmen. Natürlich ist unsere Regionalität für viele Kunden ein Stück Heimat, wir sind uns aber sicher, diesen Spagat erfolgreich bewältigen zu können. Denn unser genossenschaftliches Geschäftsmodell ist spannenderweise in einer Zeit der Sharing Economy, dezentraler Versorgungskonzepte und eines immer stärker werdenden Vernetzungsgedankens moderner denn je“, freut sich auch Palus auf die „kommenden Zeiten voller spannender Entwicklungen“.

Großer Zuspruch für neuen Kurs bei der Vertreterversammlung

Bei der Vertreterversammlung im Forum am Schlosspark am vergangenen Dienstagabend erntete der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Palus für seine Rede großen Applaus von den 464 Vertretern, die zur Versammlung gekommen waren. Er skizzierte das Selbstverständnis der Volksbank Ludwigsburg unter den Schlagworten „regional, digital und nah an den Kunden“. Palus lud alle Mitarbeiter, Vertreter und Kunden dazu ein, die Zukunft der Bank aktiv mitzugestalten.

Dann waren die Vertreter der Volksbank gefragt: Sie beschlossen die Ausschüttung einer Dividende von 3 Prozent für die Mitglieder. Zudem standen Wahlen für den Aufsichtsrat an. Die turnusgemäß Ausscheidenden, Albrecht Lang und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kerker, traten zur Wiederwahl an und wurden von der Versammlung erneut in das Gremium entsandt. Die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand für das Jahr 2018 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden bis zur Vertreterversammlung im kommenden Jahr verschoben. Hierzu verwies Kerker auf die laufende interne Untersuchung: Der Prüfungsverband BWGV hatte in seinem Prüfungsbericht für das Jahr 2018 Unregelmäßigkeiten des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden in den Bereichen Compliance und Hospitality formuliert. Die Versammlung beschloss die Verschiebung einstimmig.

Blicken optimistisch in die Zukunft: Joachim Sandner (stv. Vorstandsvorsitzender), Thomas Palus (Vorstandsvorsitzender) und Michael Kerker (Aufsichtsratsvorsitzender).